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Aktuelles


Das Saxophon ist "Instrument des Jahres" 2019

Instrument des Jahres 2019
Instrument des Jahres 2019

Die Landesmusikräte Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Saar, Sachsen und Schleswig-Holstein haben das Saxophon zum "Instrument des Jahres" 2019 gekürt!

Unter dem Dach der teilnehmenden Landesmusikräte werden die zahlreichenAktivitäten zum Projekt länderspezifisch gebündelt und so ein umfassendes Netzwerk zwischen denen entwickelt, die sich auf unterschiedliche Weise dem Saxophon verschrieben haben: InstrumentenbauerInnen, professionelle SaxophonistInnen und aktive AmateurmusikerInnen, KomponistInnen, MusikschülerInnen und ZuhörerInnen.

Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz wird in den nächsten 12 Monaten zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Saxophon unterstützen und durchführen. Derzeit erhalten rund 1.200 Schüler Saxophonunterricht an den Musikschulen des Landes. Bundesweit sind es sogar mehr als 27.000. Als Schirmherrin für Rheinland-Pfalz konnte die Saxophonistin Steph Winzen gewonnen werden, die durch ihr facettenreiches Spiel große Anerkennung findet. Sie ist nicht nur eine renommierte Musikerin, sondern hat sich auch als Musikpädagogin durch ihr Engagement für den musikalischen Nachwuchs einen Namen gemacht.

Das Projekt "Instrument des Jahres" entstand im Jahr 2008 auf Initiative des Landesmusikrates Schleswig-Holstein. Sabine Meyer übernahm damals die Schirmherrschaft über das von ihrem meisterhaft gespielten Instrument, die Klarinette.

Seither wurde folgenden Instrumenten jeweils ein Jahr gewidmet: der Trompete (2009), dem Kontrabass (2010), der Posaune (2011), dem Fagott (2012), der Gitarre bzw. der Bağlama (2013), der Bratsche (2014), dem Horn (2015), der Harfe (2016), der Oboe (2017) und dem Violoncello (2018).



Evaluation „APPLAUS – Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“



Breite Jazz-Allianz veröffentlicht Erklärung zur Gleichstellung von Frauen im Jazz und ruft zur Mitzeichnung auf

Deutsche Jazz Föderation gehört zu den Erstunterzeichnern

In der Erklärung wird festgestellt, dass die Jazzszene in Deutschland nach wie vor maßgeblich von Männern geprägt ist. Laut der Jazzstudie 2016 machen Frauen nur ein Fünftel der Jazzmusiker*innen aus. In der Erklärung wird nicht nur die aktuelle Situation beschrieben, sondern es werden auch konkrete Forderungen formuliert. Diese beziehen sich unter anderem auf die Bereiche Aufklärung und Sensibilisierung, Pädagogik, Förderprogramme, Ämter und Gremien und die öffentliche Darstellung von Frauen und Männern im Jazz.

Die von rund 80 Personen und Institutionen unterzeichnete Erklärung wird zum Abschluss des UDJ-Jazzforums im Kulturzentrum Pavillon Hannover am 12. Oktober 2018 eine wichtige Rolle spielen. Zunächst wird die Union Deutscher Jazzmusiker vorstellen, welche konkreten Maßnahmen die Musikervertretung als Initiatorin der gemeinsamen Erklärung selbst umsetzen wird.

Anschließend werden auf dem Abschlusspanel zur „Chancengleichheit im Jazz“ folgende Teilnehmer*innen diskutieren:

  • Erhard Grundl (Kulturpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen)
  • Helge Lindh (Stellvertretender kulturpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion SPD)
  • Dr. Cornelie Kunkat, Referentin für Frauen in Kultur und Medien beim Deutschen Kulturrat
  • Birgit Fritzen, Sprecherin der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
  • Friederike Darius, Managerin der WDR-Bigband


Zweite Förderrunde des Digitalisierungsprogramms für Musikclubs startet am

15. Januar 2018

Sie sind nicht angemeldet

  • Musikclubs werden erneut bei der Modernisierung ihrer Technik gefördert
  • Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt 1 Million Euro bereit
  • Initiative Musik realisiert das Programm mit der LiveKomm als Fachpartner
  • Antragsstart: 15. Januar 2018, 10 Uhr

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Berlin/Hamburg, 14. Dezember 2017

Das Förderprogramm der Initiative Musik „Digitalisierung der Aufführungstechnik in Livemusikspielstätten in Deutschland“ geht am 15. Januar 2018 in die zweite Förderrunde. Betreiber* von Musikclubs können für ihre Umrüstungen von analoger auf digitale Aufführungstechnik eine Förderung beantragen. Hierfür stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) 1 Mio. Euro bereit. Eine zeitgemäße technische Grundausstattung der Clubs ermöglicht innovative Konzerterlebnisse und unterstützt somit die kulturelle Vielfalt. Insbesondere für Newcomerbands ist es unentbehrlich, dass sie diese neuen Präsentationsmöglichkeiten gerade auch in kleineren Clubs austesten können, denn der souveräne Umgang mit diesen Technologien wird in vielen Genres immer wichtiger. Diese Konzerterfahrungen sind essentiell für die weitere künstlerische Entwicklung. In der erfolgreichen ersten Förderrunde der Digitalisierung konnten im Frühjahr und Sommer 2016 über 200 kleinere und mittelgroße Clubs im gesamten Bundesgebiet die notwendige Umstellung auf die digitale Sound- und Lichttechnik vornehmen.

Das deutsche Popförder- und Exportbüro Initiative Musik realisiert das Programm gemeinsam mit der LiveMusikKommission (LiveKomm) als Fachpartner. Der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland übernimmt u.a. die Antragsberatung. Kofinanziert werden wieder digitale Monitor- und Hauptmischpulte, Lichtmischpulte sowie digitales Showlicht und DJ-Set-ups. In der zweiten Förderrunde wird erstmals auch sogenanntes „peripheres digitales Equipment“ gefördert. Darunter fallen zum Beispiel Audionetzwerke, die Soundingenieuren einen Netzwerkzugriff auf alle Komponenten der Beschallungstechnik ermöglichen. Die Investitionen werden gestaffelt mit 900 bis maximal 10.000 Euro bezuschusst. Die Differenz muss als Eigenanteil getragen werden. Antragsberechtigt sind Betreiber von Musikclubs mit einem festen Sitz in Deutschland, einer maximalen Kapazität von 2.000 Personen und mindestens 24 Live-Musikkonzerten pro Jahr. Das bewährte Förderverfahren bleibt unverändert.

Die Informationen zum Antrags- und Vergabeverfahren sind für die Antragsteller ab sofort auf der Webseite der Initiative Musik verfügbar. Das Antragsverfahren startet am 15. Januar 2018, 10 Uhr. „First come, first serve“ – solange die Mittel reichen.  

* Wir legen großen Wert auf geschlechtliche Gleichberechtigung. Zugunsten der Lesbarkeit der Texte wird vorwiegend die maskuline Form gewählt.


Weitere Informationen
initiative-musik.de/digitalisierung

Kontakt:

Initiative Musik gGmbH
Friedrichstraße 122
10117 Berlin
Michael Wallies
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit +49 (0)30 - 531 475 45 14
michael.wallies@initiative-musik.de
www.initiative-musik.de

Die Initiative Musik gGmbH ist die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und Musikwirtschaft für die Sparten Rock, Pop und Jazz, gefördert durch GVL und GEMA

Live Musik Kommission e.V.
Geschäftsstelle Hamburg
Kastanienallee 9
20359 Hamburg
Christian Ordon
Assistenz des geschäftsführenden Vorstands der Live Musik Kommission e.V. +49 (0)40 - 235 184 16, christian.ordon@livekomm.org
www.livekomm.org

Der Bundesverband LiveKomm (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.) setzt sich als Interessenvertretung für die Belange der Livemusikclubs und kleinen bis mittelgroßen Festivals ein. 

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Förderprogramm zur technischen Modernisierung hilft 158 Liveclubs

Wer anspruchsvolle Livemusikprogramme realisieren will, benötigt nicht nur ein gutes Gespür für spannende Bands, Musikerinnen und Musiker. Die Clubs brauchen auch hochwertige Technik, um den gestiegenen Ansprüchen der Künstler und des Publikums gerecht zu werden. Aber gerade kleine bis mittlere Musikclubs sind finanziell oft nicht in der Lage, in neue und bessere Veranstaltungstechnik zu investieren. Gemeinsam mit der LiveKomm hat die Initiative Musik deshalb in diesem Jahr das Förderprogramm "Technische Erneuerungs- und Sanierungsbedarfe in Livemusikspielstätten in Deutschland" organisiert und umgesetzt.

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Unterstützt wurden 158 Musikclubs aus 15 Bundesländern mit Förderbeträgen zwischen 900 und 10.000 Euro. Die Gesamtkosten der Investition konnten 1.000 bis 20.000 Euro betragen, wobei die Differenz als Eigenanteil von den Clubs getragen werden musste. Mit 65 Prozent der Förderbeträge wurde die Sound- und Backlinetechnik erneuert, gefolgt vom Ausbau direkter Bühnen- und visueller Aufführungstechnik. Für das Programm und die Durchführung durch die Initiative Musik wurden von der BKM und Parlament eine Million zur Verfügung gestellt. Mit der Förderung konnten die Musikclubs Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 1,35 Millionen Euro tätigen.

Verteilung der Förderungen nach Bundesland

Verteilung der geförderten Clubs nach Bundesland 
Verteilung der geförderten Clubs nach Bundesland

Digitalisierung der Aufführungstechnik in Livemusikspielstätten in Deutschland II

  • Antragsstart: 15. Januar 2018, 10 Uhr

Folgende Unterlagen müssen dann eingereicht werden:

  • vollständig ausgefülltes, unterschriebenes Antragsformular
  • unterzeichnete und vollständig ausgefüllte De-minimis-Erklärung
  • ein lückenloses Jahresprogramm (Programmhefte, Flug– und Faltblätter oder ggf. Zeitungsberichte)
  • die letzte betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA oder vergleichbares) 
  • verbindliches Angebot für die geplante Anschaffung
  • Handelsregisterauszug / Vereinsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung des Antragstellers in Kopie
  • gemeinnützige Vereine: Kopie des vom Finanzamt erteilten Gemeinnützigkeitsbescheids
  • Finanzplan



Künstler- und Infrastrukturförderung – Neue Jury berufen

Seit der 34. Förderrunde gibt eine neue 12-köpfige Jury für unsere Künstler- und Infrastrukturförderung. Diese Jury wurde gemeinschaftlich von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Gesellschaftern der Initiative Musik, GVL und Deutscher Musikrat, berufen. Neun der zwölf Experten sind erstmals in einer Jury für die Initiative Musik tätig. Mit dabei sind z. Bsp. Musiker, Label- und Künstlermanager sowie Musikverleger.

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34. Förderrunde im Überblick

Künstlerförderung

  1. Adulescens, Augsburg. Bayern
  2. Anna-Marlene Bicking, Potsdam, Brandenburg
  3. Brothers of Santa Claus, Freiburg, Baden-Wuerttemberg
  4. Burning Down Alaska, Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen
  5. Compressorhead, Berlin, Berlin
  6. Die Höchste Eisenbahn, Berlin, Berlin
  7. Dillon, Berlin, Berlin
  8. Doctorella, Berlin, Berlin
  9. Eva Klesse Quartett, Leipzig, Sachsen
  10. Filippa Gojo Quartett, Köln, Nordrhein-Westfalen
  11. Fischer Spangenberg Quartett, Hamburg, Hamburg
  12. HABERECHT4, Zornheim, Rheinland-Pfalz
  13. I Heart Sharks, Berlin, Berlin
  14. Jonathan Kluth, Berlin, Berlin
  15. Kofelgschroa, Unterammergau, Bayern
  16. Lena Willikens, Köln, Nordrhein-Westfalen
  17. Matthias Lindermayr, Berlin, Berlin
  18. Max Graef Band, Berlin, Berlin
  19. MEUTE, Hamburg, Hamburg
  20. Patrick Richardt, Krefeld, Nordrhein-Westfalen
  21. Peak City, Berlin, Berlin
  22. The Trouble Notes, Berlin, Berlin
  23. The/Das, Berlin, Berlin
  24. Val Sinestra, Berlin, Berlin 
  25. Vivie Ann, Hamburg, Hamburg
  26. Xavier Darcy, Oberpframmern, Bayern

Infrastrukturförderung

  1. Nights, Stadt nach Acht Konferenz, Berlin, Berlin
  2. Operation Ton/ RockCity Hamburg e.V:, Hamburg, Hamburg
  3. Independent Label Market 2016, Berlin, Berlin
  4. Startschuss @ Nürnberg Pop, Bavarian Talents 2016, Nürnberg, Bayern

Weitere Informationen zur Förderjury und zur 34. Förderrunde

Willenserklärung von Musikern und Veranstaltern im Jazz

Deutschland verfügt über eine der künstlerisch kreativsten, vitalsten und produktivsten Szenen im Bereich des Jazz und der aktuellen improvisierten Musik in Europa.

Damit diese zur Geltung kommen kann, bedarf sie jedoch einer Jazz-Live-Kultur, zu deren existentiellen Bedingungen eine aktive Partnerschaft zwischen Spielstätten, FestivalveranstalterInnen und MusikerInnen gehört. Spielstätten des Jazz sind Keimzelle und Herz einer lebendigen, vielfältigen und spannenden Jazz-Szene, deren Erhalt und Weiterentwicklung wesentlich auf Live-Darbietung angewiesen ist.

Programmpreisträger APPLAUS 2018

Die Deutsche JAZZ Föderation beglückwünscht APPLAUS-Preisträger 2018 / Preisgelder von insgesamt 1,8 Millionen Euro - 50% der Fördermittel gehen an Jazzclubs und jazzaffine Bühnen

Einletung

Der Vorstand der Deutschen Jazz Föderation gratuliert den 94 Musikclubs und Veranstaltungsreihen in Deutschland, die am 14. November 2018 bei der Preisverleihung im Rosengarten in Mannheim mit insgesamt 1,8 Millionen Euro Preisgeld mit dem Spielstättenprogrammpreis APPLAUS, dem höchstdotierten Bundesmusikpreis für Veranstalter von Konzerten, ausgezeichnet wurden.

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„Durch gemeinsames Engagement der Verbände Deutsche Jazz Föderation e.V., Union Deutscher Jazzmusiker e.V., dem Livekom e.V. und den Mitgliedern der Bundeskonferenz Jazz konnte zum zweiten Male das Gesamtvolumen auf 1,8 Mio Preisgelder angehoben werden. Mit diesen Fördermitteln, die vom Bund an die Initiative Musik e.V. vergeben wurden, können Musikspielstätten bundesweit - gerade auch sehr kleine und mittlere Spielstätten - einen Förderantrag stellen. Der Bundesverband der Jazzbühnen, die Deutsche Jazz Föderation e. V. weist mit besonderer Freude darauf hin, dass fast die Hälfte aller Preisträger reine Jazzspielstätten in Deutschland sind.

Weitere 8% sind gemischte Spielstätten, die auch andere musikalische Kunstformenneben dem Jazz präsentieren. Die weiteren Spielstätten bedienen die Genre Rock und Pop. Für diese von einer kompetenten Jury auserwählten Spielstätten des Jazz werden in drei Preiskategorien Fördermittel vergeben. Der Verband Deutsche Jazz Föderation e.V. zeigt sich dankbar, dass mit dieser großen finanziellen Unterstützung von Bundesmitteln die Preisträger die Gestaltung kulturell herausragender Live-Musik-Programme in ihren Regionen weiter entwickeln werden. Damit hilft diese Auszeichnung dem Sterben der Jazzspielstätten mit einem neuen Förderinstrument entgegen zu wirken. Ziel ist es, die Vielfalt in den Jazzclubs zu fördern und die Jazzspielstätten strukturell zu stärken. Mit dem Preis werden insbesondere die Programmmacher gewürdigt, die sich im vergangenen Jahr für die Auswahl von qualitativ hochwertigen Jazzprojekten ausgezeichnet haben. 

Der APPLAUS bietet somit einen wichtigen Ansatz mit diesen Bundesfördermitteln insbesondere kleine und mittlere Jazzspielstätten zu stützen und bei ihrem Überleben zu helfen. Dabei stellt der APPLAUS keine Einbahnstraße der Fördermittel dar, sondern die Deutsche Jazz Föderation e.V. hofft hierbei, dass die Kommunen, in welchen diese hervorragenden Spielstätten liegen und für ihre qualitativen hochwertige Programmarbeit ausgezeichnet wurden, nun hierdurch animiert werden die Preisträger ebenso mit kommunalen Mitteln zu fördern und ihnen dadurch die dringend benötigte höhere regionale Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Die Deutsche Jazz Föderation ist einer der Partner der Bundeskonferenz Jazz, die als Initiator des Preises (APPLAUS = Auszeichnung der
Programmplanung unabhängiger Spielstätten), seit 2003 diese Konzeption mit entwickelt hat. Seit 2013 wird der Applaus nun jährlich vergeben, um kulturell herausragende Livemusikprogramme zu fördern, die maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. 2018, im fünften Jahr seines Bestehens, konnten die Preisgelder des APPLAUS erneut mit 1,8 Mio Euro ausgestattet werden -  mehr als das Doppelte, wie in den ersten Jahren. Somit werden auch deutlich mehr Spielstätten für ihre zurückliegende Programmplanung aus dem Jahr 2017 ausgezeichnet.

Für die bundesweite Jazzwelt der Jazzclubs und Jazzreihen wurde wie folgtausgezeichnet:• Kategorie I mit mindestens 104 Konzerten im Jahr 2017 –
10 Jazzspielstätten und eine jazzaffine Bühne erhalten jeweils 40.000 Euro, insgesamt 440.000 Euro
• Kategorie II mit mindestens 52 Konzerten im Jahr 2017 –
10 Jazzspielstätten und eine jazzaffine Bühne erhalten jeweils 20.000 Euro, insgesamt 220.000 Euro.
• Kategorie III für Veranstaltungsreihen und Clubs mit mindestens 10 Veranstaltungen im Jahr 2017 – 27 Jazzspielstätten und 4 jazzaffine Bühnen erhalten jeweils 7.500 Euro, insgesamt 232.500 EuroInsgesamt wurden 892.000 Euro an Jazzclubs und jazzaffine Bühnen verteilt. Damit erreichen 50% der Fördermitteln die deutschen Jazzbühnen.

Der APPLAUS wird durch die von der Bundesregierung beauftragte Einrichtung "Initiative Musik e.V." organisiert.  Die ursprüngliche Konzeption war ein Spielstättenprogrammpreis - angelehnt an die Konzeption des Kinoprogrammpreis. Dieser wurde von den Mitgliedern der Bundeskonferenz Jazz (BK Jazz) initiert. Die BK Jazz setzte sich seit über 15 Jahren auf bundespolitischer Ebene für die Förderung der Jazzspielstätten ein und konnte letztendlich gemeinsam mit dem Bundesverband Livekom e.V. und der Initiative Musik erreichen, dass die Mittel erstmals in 2013 bereit gestellt wurden und seit zwei Jahren bereits verdoppelt wurden.

Die Bundeskonferenz Jazz ist ein Zusammenschluss der deutschen Jazzszene, die im Jahr 2001 in Dortmund gegründet wurde und die Jazzförderung in Deutschland mit unterschiedlichsten Projekten koordiniert und sich auf die Förderung des Jazz in Deutschland ausrichtet

Alle Preisträger des Jahres 2017 
Alle Preisträger des Jahres 2017

Alle Preisträger KATEGORIE I

26 Auszeichnungen für Spielstätten, die im Jahr 2017 ein kulturell herausragendes Programm mit mindestens 104 Konzerten im Jahr angeboten haben, erhalten eine Urkunde sowie 40.000 Euro Förderung.

(Jazzclubs bzw. Jazz affine Clubs sind fett dargestellt)

  • Altes Spital, Bad Kötzting, Bayern
  • b flat, Berlin
  • Badehaus, Berlin
  • Bunker Ulmenwall, Bielefeld, Nordrhein-Westfalen
  • Cafe Central Weinheim, Baden-Würrtemberg
  • Cafe Glocksee,Hannover, Niedersachsen
  • Cafe Museum Passau, Bayern
  • Chemiefabrik Dresden, Sachsen
  • Club Bahnhof Ehrenfeld / YUCA, Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Colos-Saal, Aschaffenburg, Bayern
  • Hafenklang, Hamburg
  • Horns Erben, Leipzig, Sachsen
  • Institut fuer Zukunft, Leipzig, Sachsen
  • Jazz Club A-Trane, Berlin
  • Jazzhaus Freiburg, Baden-Württemberg
  • Jazzkeller Frankfurt, Hessen
  • Jazzkeller Krefeld, Nordrhein-Westfalen
  • Kunstfabrik Schlot, Berlin
  • Motorschiff Stubnitz, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
  • Museumskeller Erfurt, Thüringen
  • Objekt 5, Halle, Sachsen-Anhalt
  • saxstall Pohrsdorf, Sachsen
  • Sonic Ballroom, Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Steinbruch, Duisburg, Nordrhein-Westfalen
  • Theaterstübchen Kassel, Hessen
  • Zig Zag Jazz Club, Berlin

Alle Preisträger KATEGORIE II

20 Auszeichnungen für Spielstätten, die im Jahr 2017 ein kulturell herausragendes Programm mit mindestens 52 Konzerten im Jahr angeboten haben, erhalten eine Urkunde sowie 20.000 Euro Förderung.

(Jazzclubs bzw. Jazz affine Clubs sind fett dargestellt)

  • Club Bastion, Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg
  • Feinkost Lampe, Hannover, Niedersachsen
  • Hafen 2, Offenbach, Hessen
  • Jazz Club Minden, Nordrhein-Westfalen
  • Jazzclub Augsburg, Bayern
  • Jazzclub Bamberg, Bayern
  • Jazzclub Hannover, Niedersachsen
  • Jazzclub Regensburg, Bayern
  • Jazz-Schmiede Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
  • Kaiserkeller Detmold, Nordrhein-Westfalen
  • Konzerte im C.Keller, Weimar, Thüringen
  • Kulturwerkstatt Disharmonie, Schweinfurt, Bayern
  • Live im CVJM, Lübeck, Schleswig-Holstein
  • LOCH, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
  • A.U. Club, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
  • P8 – Panorama, Karlsruhe, Baden-Württemberg
  • Sendesaal Bremen
  • Substanz, Osnabrück, Niedersachsen
  • Tonhalle Hannover, Niedersachsen
  • UT Connewitz, Leipzig, Sachsen

Alle Preisträger KATEGORIE III

48 Auszeichnungen für Veranstalter*innen und Spielstätten, die im Jahr 2017 mindestens 10 Konzerte durchführten, erhalten eine Urkunde sowie 7.500 Euro Förderung.

(Jazzclubs bzw. Jazz affine Clubs sind fett dargestellt)

  • ACHTER (früher „Jazz im Rudersport“), Wiesbaden, Hessen
  • Alte Brauerei, Annaberg-Buchholz, Sachsen
  • Club Manufaktur, Schorndorf, Baden-Württemberg
  • club w71, Weikersheim, Baden-Württemberg
  • Comment Dire, Bonn, Nordrhein-Westfalen
  • Die Sünde, Weiden in der Oberpfalz, Bayern
  • Dumont, Aachen, Nordrhein-Westfalen
  • FatJazz urban exchange, Hamburg
  • Freiraum, Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Glashaus, Bayreuth, Bayern
  • Guten-Morgen-Eberswalde, Brandenburg
  • Halle424 im Oberhafen, Hamburg
  • Handiclapped-Kultur Barrierefrei, Berlin
  • Hauskonzerte, München, Bayern
  • HoRsT, Frankfurt am Main, Hessen
  • In Situ Art Society, Bonn, Nordrhein-Westfalen
  • Jazz am Bahnhof, Kalchreuth, Bayern
  • Jazz am Schießberg, Calw, Baden-Württemberg
  • jazz and beyond, München, Bayern
  • Jazz in der Stadt, Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz
  • Jazz in Frankfurt, Frankfurt am Main, Hessen
  • Jazz Montez, Frankfurt am Main, Hessen
  • Jazz+, München, Bayern
  • Jazzclub Biberach, Baden-Württemberg
  • Jazzclub Heidelberg, Baden-Württemberg
  • Jazzclub Ilmenau, Thüringen
  • Jazzclub Karlsruhe, Baden-Württemberg
  • Jazzclub Leipzig, Sachsen
  • Jazzclub Singen, Mühlhausen-Ehingen, Baden-Württemberg
  • Jazzforum Bayreuth, Bayern
  • jazzGAP, Garmisch-Partenkirchen, Bayern
  • Jazzinitiative Mainz, Rheinland-Pfalz
  • Jazzkeller 69 e.V. für „Jazzszene Berlin“, Berlin
  • Jazzkongress, Freiburg, Baden-Württemberg
  • Jazzwerkstatt, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
  • Jugendcafe Zwiesel, Bayern
  • KIT Water Music, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
  • Klever Jazzfreunde, Kleve, Nordrhein-Westfalen
  • Komma - Jugend und Kultur in Esslingen, Wendlingen, Baden-Württemberg
  • Kreativquartier Ruhrort, Duisburg, Nordrhein-Westfalen
  • Kultur im Esel, Einbeck, Niedersachsen
  • New and Used, Bremen
  • ORT, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
  • Philleicht Jazz, Ladenburg, Baden-Württemberg
  • Real Live Jazz, Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Side-Ways Series, Berlin
  • Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt, Hessen
  • WirGarten Erfurt, Thüringen

Sonderpreise

SPIELSTÄTTEN DES JAHRES

  • Institut fuer Zukunft (IfZ) in Leipzig (Kategorie I)
  • LOCH in Wuppertal (Kategorie II)
  • Halle424 in Hamburg (Kategorie III)

 

PREIS FÜR GLEICHSTELLUNG

  • Institut fuer Zukunft (IfZ) in Leipzig 
  • LOCH in Wuppertal

 

PREIS FÜR BESTES PROGRAMM IM LÄNDLICHEN RAUM

  • saxstall in Pohrsdorf

 

SONDERPREISE DER JURY 

  • Green Club Index der Green Music Initiative
  • „Eine Million gegen Rechts!“ vom Büro für Offensivkultur

Auszeichnungen nach Bundesländern

Baden-Württemberg

  • Cafe Central Weinheim - Kat I, Weinheim
  • Club Bastion - Kat II, Kirchheim unter Teck
  • Club Manufaktur - Kat III, Schorndorf
  • club w71 - Kat III, Weikersheim
  • Jazz am Schießberg - Kat III, Calw
  • Jazzclub Biberach - Kat III, Biberach
  • Jazzclub Heidelberg - Vereinigung für improvisierte Musik - Kat III, Heidelberg
  • Jazzclub Karlsruhe - Kat III, Karlsruhe
  • Jazzclub Singen - Kat III, Mühlhausen-Ehingen
  • Jazzhaus Freiburg - Kat I, Freiburg
  • Jazzkongress - Kat III, Freiburg
  • Komma - Jugend und Kultur in Esslingen - Kat III, Wendlingen
  • P8 - Panorama - Kat II, Karlsruhe
  • Philleicht Jazz - Kat III, Ladenburg

 Bayern

  • Altes Spital - Kat I, Bad Kötzting
  • Cafe Museum Passau - Kat I, Passau
  • Colos-Saal - Kat I, Aschaffenburg
  • Die Sünde - Weiden in der Oberpfalz - Kat III, Weiden
  • Glashaus - Kat III, Bayreuth
  • Hauskonzerte - Kat III, München
  • Jazz am Bahnhof - Kat III, Kalchreuth
  • jazz and beyond - Kat III, München
  • Jazz+ - Kat III, München
  • Jazzclub augsburg - Kat II, Augsburg
  • Jazzclub Bamberg - Kat II, Bamberg
  • Jazzclub Regensburg - Kat II, Regensburg
  • Jazzforum Bayreuth - Kat III, Bayreuth
  • jazzGAP - Kat III, Garmisch-Partenkirchen
  • Jugendcafe Zwiesel - Kat III, Zwiesel
  • Kulturwerkstatt Disharmonie - Kat II, Schweinfurt

 Berlin

  • b flat - Kat I
  • Badehaus - Kat I
  • Handiclapped-Kultur Barrierefrei - Kat III
  • Jazz Club A-Trane - Kat I
  • Jazzkeller 69 e.V. für „Jazzszene Berlin“ – Kat III
  • Kunstfabrik Schlot - Kat I
  • Side-Ways Series - Kat III
  • Zig Zag Jazz Club - Kat I

 Brandenburg

  • Guten-Morgen-Eberswalde - Kat III, Eberswalde

 Bremen

  • New and Used - Kat III
  • Sendesaal Bremen - Kat II

 Hamburg

  • FatJazz urban exchange. - Kat III
  • Hafenklang - Kat I
  • Halle424 im Oberhafen - Kat III

 Hessen

  • ACHTER (früher „Jazz im Rudersport“) - Kat III, Wiesbaden
  • Hafen 2 - Kat II, Offenbach
  • HoRsT Frankfurt - Kat III, Frankfurt am Main
  • Jazz in Frankfurt - Kat III, Frankfurt am Main
  • Jazz Montez - Kat III, Frankfurt am Main
  • Jazzkeller Frankfurt - Kat I, Frankfurt
  • Theaterstübchen Kassel - Kat I, Kassel
  • Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz - Kat III, Darmstadt

 Mecklenburg-Vorpommern

  • A.U. Club - Kat II, Rostock
  • Motorschiff Stubnitz - Kat I, Rostock

 Niedersachsen

  • Cafe Glocksee - Kat I, Hannover
  • Feinkost Lampe - Kat II, Hannover
  • Jazzclub Hannover - Kat II, Hannover
  • Kultur im Esel - Kat III, Einbeck
  • Substanz Osnabrück - Kat II, Osnabrück
  • Tonhalle Hannover - Kat II, Hannover

 Nordrhein-Westfalen

  • Bunker Ulmenwall - Kat I, Bielefeld
  • Club Bahnhof Ehrenfeld / YUCA - Kat I, Köln
  • Comment Dire - Kat III, Bonn
  • Dumont - Kat III, Aachen
  • Freiraum - Kat III, Köln
  • In Situ Art Society - Kat III, Bonn
  • Jazz Club Minden - Kat II, Minden
  • Jazzkeller Krefeld - Kat I, Krefeld
  • Jazz-Schmiede Düsseldorf - Kat II, Düsseldorf
  • jazzwerkstatt - Kat III, Wuppertal
  • Kaiserkeller Detmold - Kat II, Detmold
  • KIT Water Music - Kat III, Düsseldorf
  • Klever Jazzfreunde - Kat III, Kleve
  • Kreativquartier Ruhrort - Kat III, Duisburg
  • LOCH - Kat II, Wuppertal
  • ORT - Kat III, Wuppertal
  • Real Live Jazz - Kat III, Köln
  • Sonic Ballroom - Kat I, Köln
  • Steinbruch - Kat I, Duisburg

 Rheinland-Pfalz

  • Jazz in der Stadt - Kat III, Bad Kreuznach
  • Jazzinitiative Mainz - Kat III, Mainz

 Sachsen

  • Alte Brauerei Annaberg e.V. - Kat III, Annaberg-Buchholz
  • Chemiefabrik Dresden - Kat I, Dresden
  • Horns Erben - Kat I, Leipzig
  • Institut für Zukunft - Kat I, Leipzig
  • Jazzclub Leipzig - Kat III, Leipzig
  • saxstall Pohrsdorf - Kat I, Tharandt OT Pohrsdorf
  • UT Connewitz - Kat II, Leipzig

 Sachsen-Anhalt

  • Objekt 5 - Kat I, Halle

 Schleswig-Holstein

  • Live im CVJM - Kat II, Lübeck

 Thüringen

  • Jazzclub Ilmenau - Kat III, Ilmenau
  • Konzerte im C.Keller - Kat II, Weimar
  • Museumskeller Erfurt - Kat I, Erfurt
  • WirGarten Erfurt - Kat III, Erfurt



Gesamtvertragspartner - Pauschaler Vertragsnachslass von 20% bei der GEMA

Es besteht die Möglichkeit, einen Jahrespauschalvertrag zwischen Veranstaltern und der GEMA zu vereinbaren. Bei Abschluss eines Jahrespauschalvertrages wird auf die Vergütungssätze ein Vertragsnachlass wie folgt eingeräumt::

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Künstlersozialabgabe-Verordnung 2019 (KSA-VO 2019)



Till Brönner an Berliner Kulturpolitik

"Brauchen deutliches Zeichen für ein House of Jazz"

von Gregor Dotzauer

Der Trompeter Till Brönner lädt im Interview Kultursenator Klaus Lederer zu einem Gespräch über seine Pläne ein - und redet über den Gegenwind aus Berliner Kulturpolitik und Musikszene.

Herr Brönner, Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat dem House of Jazz in seiner geplanten Form eine erneute Absage erteilt. Was bedeutet das für Ihre Pläne?

Till Brönner | Seit 2006 Jazzbotschafter der Deutschen Jazz Föderation e.V.   
Till Brönner | Seit 2006 Jazzbotschafter der Deutschen Jazz Föderation e.V.

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Das kann ich noch nicht sagen. Ich weiß aber, dass ein Haus für die Basiskultur, wie es ihm vorschwebt, oder die Stärkung der Freien Szene nicht mit den Plänen für ein House of Jazz kollidieren würden, im Gegenteil. Der Standort Alte Münze verfügt über etwa dreimal so viel Fläche, wie für unser Projekt skizziert. Ich kann auch nicht beurteilen, ob die 12,5 Millionen Euro vom Bund, die bisher an das Konzept gekoppelt waren, umgeschrieben werden können.

Wann hat Klaus Lederer zuletzt mit Ihnen gesprochen?
Wir haben dem Senator bei Amtsantritt ein Gesprächsangebot gemacht und nehmen dieses Interview zum Anlass, es zu erneuern.

Wenn er bisher nicht mit Ihnen geredet hat: Was macht Ihnen Hoffnung?
Projekte dieser Größenordnung funktionieren meist nach dem Prinzip: zwei Schritte vor, einer zurück.

Glauben Sie, dass Lederers Votum die Haltung der Berliner Jazzszene spiegelt?
Wenn es eine Übereinkunft gibt, dann darüber, dass ein House of Jazz eine gute Idee ist.

Als Sie Ende letzten Jahres Ihre Pläne zusammen mit dem CDU-Kulturpolitiker Rüdiger Kruse bekannt gaben, fühlte sich die Szene überrumpelt. Warum haben Sie die Berliner Musiker nicht von Anfang an in Ihre Überlegungen einbezogen?
Mir war wichtig, die Idee frühestmöglich zu streuen, um eine Diskussion in Gang zu setzen. Und siehe da: Sie wird reger geführt, als ich erwartet hatte. Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, dass die Machbarkeitsstudie, die die Staatsministerin für Kultur und Medien in Auftrag gab, endgültigen Charakter haben würde.

Sie wussten, dass Sie mit bundespolitischen Mitteln allein nicht ans Ziel kommen. Und Tim Renner, den Sie zuletzt mit im Boot hatten, war ein Kultursenator auf Abruf. War Ihr Vorstoß allzu leichtfertig?
Die Idee trage ich seit 15 Jahren mit mir herum. Vor fünf, sechs Jahren habe ich begonnen, mit Kulturpolitikern darüber intensiver zu sprechen. Ich saß auch schon bei Bernd Neumann, dem Vorgänger von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, und versuchte das Thema zu platzieren. Mit wenig Erfolg. Der Erste, mit dem ich mich konkreter austauschte, war 2012 Joachim Blüher, der Direktor der Villa Massimo in Rom. Zu der Zeit hatte ich dort ein dreimonatiges Stipendium.

Welche Rolle wollen Sie in einem House of Jazz übernehmen: die des Intendanten mit allen künstlerischen und wirtschaftlichen Direktiven, die der Galionsfigur oder vor allem die des Big-Band-Leiters?
Keine der Optionen drängt sich mir auf. Realistisch ist, dass ich gar nicht für die geschäftlichen oder künstlerischen Fragen ins Rennen gehe, weil ich die deutsche Jazz-Szene in ihrer jetzigen Form nicht glaubhaft repräsentiere. Hier geht es um etwas viel Größeres als um mich. Wenn ich einen Beitrag dazu leisten kann, dass ein House of Jazz auf nationaler und internationaler Ebene ins Gespräch kommt, dann ist das ein Job, der nicht vergeben werden muss.

Sie wollen also Geburtshilfe leisten und dann ins zweite Glied zurücktreten?
Das Wort zurücktreten ist nicht angebracht. Ich kann momentan nur zusammen mit allen Beteiligten die Sache voranbringen. Anders wird es nicht gehen.

Die Big Band als Herzstück der Institution würden Sie aber schon gerne leiten?
Ich stelle mit Freuden fest, dass auch die Bundes- und Landesverbände die drei wesentlichen Säulen eines House of Jazz so sehen wie ich, nämlich Klangkörper, Akademie und öffentliches Studio.

Was immer man Sie fragt, Sie weichen aus. Warum halten Sie sich in Bezug auf Ihre persönlichen Vorstellungen so bedeckt?
Ich fürchte, es gibt da Fantasien, ich könnte wie Jack in the Box mit etwas auftauchen, mit dem ich bisher hinterm Berg gehalten habe. Das habe ich nicht vor. Ich möchte mir aber auch nicht bescheinigen lassen, ich hätte überhaupt keine Vorstellungen. Noch nie hat man so konkret über ein House of Jazz gesprochen. Ob, wo und wie es in die Berliner Kulturlandschaft eingegliedert werden kann, das liegt jetzt vor allem beim Kultursenator.

Sie machen in der Studie Vorschläge für die instrumentale Besetzung einer solchen Big Band, Sie denken über Gastmusiker aus den USA nach …
Worüber ich nachdenke, ist vor allem die Dimension des Ganzen. Wenn wir groß anfangen, besteht Hoffnung, dass wir uns nicht gleich in den Sturzflug nach unten begeben. Es muss ein Unternehmen von internationaler Strahlkraft werden. Es gibt Leute, die sagen, dann gehen wir mit einem House of Jazz eben nach Hamburg, weil man dort mit solchen Dimensionen keine Probleme hat. Aber ich möchte über Berlin sprechen.


"Es ehrt mich, dass ich überhaupt jemanden beruhigen muss"


Ausgeschwiegen haben Sie sich bisher über die stilistische Ausrichtung. Eine Julia Hülsmann würde vermutlich andere Programme entwickeln als Sie.
Man kann den Fehler machen, mich und meine persönliche Ausrichtung zum Anlass zu nehmen, das House of Jazz infrage zu stellen. Davon rate ich ab.

Ist Ihnen nicht klar, dass Sie als Person im Kreuzfeuer stehen? Sie sind schließlich der meistbewunderte und meistgehasste Jazzmusiker dieses Landes.
Ich habe nicht so viele Ängste, und das kann dem Projekt nur gut tun. Ich befürchte höchstens, dass am falschen Platz gespart wird. Aber ich gehe fest davon aus, dass es eine ausgewogene inhaltliche Ausrichtung geben wird, die das Ergebnis eines großen runden Tisches ist.

Sie haben sich in den letzten Jahren ganz dem Mainstream verschrieben, obwohl Sie sich jedes Experiment leisten könnten. Warum reizt es Sie so wenig, Ihre stilistischen Grenzen auszudehnen?
Das ist eine ganz andere, eine philosophische Frage. Für meine persönliche Entwicklung übernehme ich die Verantwortung. Wenn Sie sich die Bandbreite meiner Alben und Konzerte anschauen, war da schon früh mehr dabei als bei vielen anderen Jazzmusikern. Erfolg verschiebt die Wahrnehmung. Aber das besprechen wir hier und heute nicht.

Wie garantieren Sie den Berliner Musikern, dass Sie über Ihre eigenen musikalischen Vorstellungen hinausdenken wollen?
Es ehrt mich, dass ich überhaupt in die Situation komme, jemanden beruhigen zu müssen. Doch ich bin weder Politiker noch in einer offiziellen Funktion. Ich kann diese Ängste verstehen. Vorrang muss aber ein deutliches Zeichen der Berliner Politik für ein House of Jazz haben.

Die Machbarkeitsstudie nennt das New Yorker Jazz at Lincoln Center und seine Big Band unter Wynton Marsalis, eine konservative Institution, als Referenz. Das Pariser Orchestre National de Jazz wäre dagegen ein sehr fortschrittlicher Klangkörper. Was sind denn Ihre Vorbilder?
Warum muss Berlin ein Vorbild haben? Mittlerweile schaut die Welt auf uns, und es ist eine Riesenchance, nicht der Abklatsch von etwas zu sein. Wichtig ist, dass eine solche Band nicht dem Geschmack eines Einzelnen gehorcht. Wenn man über ein Gremium nachdenkt, über turnusmäßige Wechsel der künstlerischen Leitung, ist gewährleistet, dass es Musiker aus allen Sparten geben wird.

Welche Gastmusiker würden Sie einladen?
Im Moment der Initialzündung fände ich es spannend, erfolgreiche deutsche und europäische Musiker, einzuladen, ob man jetzt an die Pianisten Michael Wollny oder Pablo Held denkt. Wenn ich aber jetzt anfange, darüber zu spekulieren, mache ich mich unglaubwürdig.

Wie wollen Sie es denn mit Musikern halten, die freieren Spielformen zuneigen, einem pianistischen Urgestein wie Uli Gumpert oder einem jungen Schlagzeuger wie Christian Lillinger?
Wenn man es rein kreativ angeht, wären sowohl Gumpert als auch Lillinger im Rahmen der jetzigen Jazzdemografie ein Thema. Sobald es um die öffentliche Wirkung eines House of Jazz geht, sprechen wir über Ausgewogenheit. Wenn sich traditionelle und zeitgenössische Projekte abwechseln, wer soll dann etwas dagegen haben? Ich habe übrigens auch mit Alexander von Schlippenbach gesprochen, einem Mann der ersten Stunde, mit dem ich mich persönlich gut verstehe. Auch ihm ist die große Chance bewusst.

Was wäre Ihr erstes Traumprojekt?
Es wird nicht weit entfernt von dem sein, was sich auch andere wünschen. Ein House of Jazz muss die aktuelle Szene so widerspiegeln, dass man sagt: Donnerwetter, was hat sich in dieser Stadt alles getan! Es muss der hochwertigste Spiegel der derzeitigen Landschaft sein.

Können Sie es nicht konkreter sagen?
Wollen Sie jetzt Namen? Jetzt sage ich Ihnen, dass die Berliner Szene eine große Rolle spielen wird, und es ist Ihnen nicht konkret genug! Es muss ein zeitgenössisches Konzert sein. Jazz ist die freiheitlichste Musik, die man spielen kann. Man entscheidet oft erst im Moment, was geschieht. Dabei geht es auch um die Zukunft der gesellschaftlichen Rolle des Jazz. Und die ist konkreter denn je.

Erinnern Sie sich, welches Konzert oder welches Album Ihnen zuletzt Augen und Ohren geöffnet hat?
Nein. Genau deshalb brauchen wir das House of Jazz, denn es wird Öffentlichkeit generieren. Es geht nicht darum, was der Einzelne noch erfinden kann, weil es noch nicht erfunden ist. Es muss darum gehen, was aktuell existiert! Wiedererkennbarkeit ist heute, was einst das Revolutionäre war. Das hören viele nicht gerne, aber das ist der Grund, warum mir so selten jemand die Augen öffnet.

Das Gespräch führte Gregor Dotzauer. Till Brönner, 1971 in Viersen geboren, ist Deutschlands erfolgreichster Jazzmusiker. Er lebt in Berlin und Los Angeles. 1994 veröffentlichte er mit Generations of Jazz seine erste CD unter eigenem Namen. Zuletzt erschien The Good Life. Für ein House of Jazz in der Alten Münze Berlin hat er im Bundeshaushalt 12,5 Millionen Euro erkämpft, die fürs erste zurückgestellt sind. Das sind etwa die Hälfte der Sanierungskosten, die die Einrichtung des Projekts kosten würde. Die restlichen Mittel, auch die laufenden Betriebskosten, müsste das Land Berlin übernehmen. Kultursenator Klaus Lederer hat sich in einem dpa-Gespräch gerade erneut gegen ein House of Jazz als „Leuchtturm“ ausgesprochen. Lederer sagte, er wolle sich vom Bund keine Vorschriften machen lassen, zudem sei die Finanzierung problematisch.



Neue finanzielle Unterstützung des Landes...

... von Konzertauftritten baden-württembergischer Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker außerhalb von Baden-Württemberg

PRESSEMITTEILUNG  
Nr. 82/2015

28. August 2015

"Ab sofort gibt es für professionelle Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Baden-Württemberg die Möglichkeit, Zuschüsse zu den Reise- und Aufenthaltskosten ihrer Konzerte in anderen Bundesländern, in Europa und für internationale Auftritte zu erhalten."

 
 
 

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